Photographien aus Lesbos (1978) und Venedig (1979)

Die Bilder des Portfolios »In südlichen Gefilden« entstanden 1978/79 auf der griechischen Insel Lesbos und in Venedig. Auf Lesbos begann der Aufenthalt ziemlich spektakulär mit einer Festnahme durch das griechische Militär. Während eines Fotoganges, wurde meine Kamera mit Film beschlagnahmt mit der Begründung ich hätte die Küste fotografiert.
In Venedig weilte ich, um die Werke berühmter internationaler Photographen in den Ausstellungen der »Venezia ’79 la Fotografia«, der bis dato größten Fotoausstellung Europas, anzusehen. Viele der Werke beeinflussten auch meine eigenen Arbeiten, um den Weg an der »Werkstatt für Photographie« und als Meisterschüler von Michael Schmidt als »Autorenfotograf« fortzusetzen. (Auführlicher im Text »In südlichen Gefilden – Impressionen aus Lesbos und Venedig«).
Das gesamte Portfolio besteht aus 148 Photographien 30 x 45 cm, die zwischen 1978 und 1979 entstanden sind. In dieser Übersicht stehen 30 als Indexprint und 10 als Einzelbilder zur Ansicht bereit. Die Bilder sind auch als gedrucktes Künstlerbuch mit 196 Seiten im Format 21,5 x 30,5 cm im Jahr 2025 erschienen. Weitere Informationen zu den Original-Prints und den Künstlerbüchern finden Sie im Support.
Einzelbilder










In südlichen Gefilden – Impressionen aus Lesbos und Venedig
Mein Sommerurlaub im Jahr 1978 auf der griechischen Insel »Lesbos« begann ziemlich spektakulär mit einer Festnahme durch das griechische Militär. Während eines Fotoganges in Thermi an der Nord-Östlichen Küste entlang, wurde während der Mittagspause in einem Olivenhain, meine Kamera mit Film beschlagnahmt mit der Begründung ich hätte die Küste fotografiert. Da ich mich nicht ausweisen konnte, wurde ich kurzerhand im Militärjeep mitgenommen. So erhielt ich eine ›kostenlose‹ Rückfahrt zum Hotel, wo der Reisepass hinterlegt war. Die Kamera erhielt ich zurück, aber alle Filme wurden beschlagnahmt. Wie viele das waren, ist heute nicht mehr rekonstruierbar, aber die Bilder der ersten vier Tage fehlen natürlich in dem Lesbos-Portfolio.
Wir unternahmen kleinere und größere Ausflüge auf Lesbos und konnten die dortige schöne, grüne Landschaft mit den Olivenbäumen (Ölbäume) bewundern. Angeblich gibt es auf Lesbos elf Millionen Ölbäume und immer wieder kann man einen Blick auf das Ägäische Meer werfen. Auch die Inselhauptstadt Mytilini besuchten wir mehrfach. Die alte, imposante römische Wasserleitung bei Moria, mitten im Olivenhain, ist noch recht gut erhalten. Das dreistöckige Aquädukt wurde Ende des 2./Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr. von den Römern errichtet, um die Versorgung der Inselhauptstadt mit Wasser zu gewährleisten. Berechnungen zufolge soll das Aquädukt täglich bis zu 127 Millionen Liter Wasser nach Mytilene gefördert haben.
Neben dem Aquädukt bei Moria war während des dreiwöchigen Aufenthalts auch das alte römische Kastell oberhalb von Mytilini fotografisch von hoher Bedeutung. Die Burg ist zwar mittelalterlichen Ursprungs, wurde aber auf den Ruinen der antiken Akropolis erbaut. Von hier aus gibt es eine hervorragende Aussicht auf das Meer und die Stadt.
Ein Jahr später führte uns im Sommer 1979 eine Reise wieder in den Süden. Es handelte sich nicht unbedingt um eine Urlaubsreise, sondern um eine fotografische ›Dienstreise‹. Vom 4. bis 12. Juli 1979 weilte ich in Venedig, um die Werke berühmter internationaler Photographen in den Ausstellungen der »Venezia ’79 la Fotografia«, der bis dato größten Fotoausstellung Europas, anzusehen. Viele der Werke beeinflussten auch meine eigenen Arbeiten, um den Weg an der »Werkstatt für Photographie« und als Meisterschüler von Michael Schmidt als »Autorenfotograf« fortzusetzen.
Die Kunstbiennale trug sicherlich dazu bei, dass die Photographie als eigenständige Kunstgattung in Galerien, Museen und bei Sammlern mehr und mehr etabliert wurde. Seit 1895 findet in der Lagunenstadt alle zwei Jahre die »Biennale di Venezia« statt. Sie gilt als die älteste internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Für die »Venezia’79 la Fotografia« wurden ca. 3 600 Werke für 26 Ausstellungen an sechs Ausstellungsorten zusammengetragen und 45 Workshops mit international renommierten Fotografen organisiert. Ein Schwerpunkt bei der Auswahl der Werke lag bei US-amerikanischen Autorenfotografen.
Da ich erstmals in Venedig war, musste ich natürlich die weltberühmte »Piazza San Marco« (Markusplatz) erkunden und die Atmosphäre fotografisch festhalten. Der Platz ist 175 Meter lang und bis zu 82 Meter breit und ist der einzige Platz der Stadt, der die Bezeichnung ›Piazza‹ trägt. Da sich der Platz nur wenig über den Meeresspiegel erhebt, wird er bei Hochwasser immer wieder überflutet. Der Platz ist, wie nahezu die gesamte Innenstadt, eine einzige große Fußgängerzone und wird von Touristen, Fotografen und Tauben bevölkert. Auf fotografischem Gebiet konnte ich eine Menge Sehpraxis erwerben und das Vorgehen der Autorenfotografen erkennen. Gegenüber den von Touristen tausendfach fotografierten Bildern kontrastierten die ausgestellten Bilder wohltuend.
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